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Diese Fragen beschäftigen Unternehmen bei der Prüfung eines neuen Standortes heute oft als erstes. Gerade in Kärnten spielt eine leistungsfähige Infrastruktur eine besondere Rolle.
Viele Industrieunternehmen, Dienstleister und Tourismusbetriebe liegen außerhalb großer Ballungsräume in Tälern, ländlichen Regionen oder alpinen Lagen.
Der Ausbau der Glasfasernetze wird deshalb gezielt vorangetrieben.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die BIK Breitbandinitiative Kärnten GmbH, die gemeinsam mit Netzbetreibern und Gemeinden den Ausbau koordiniert.
Tinefoto
„Das Licht ist das schnellste Medium, das wir kennen. Auf einer funktionierenden Glasfaserleitung können Sie ein Foto entlang des Äquators schicken – und es kommt siebenmal pro Sekunde wieder bei Ihnen vorbei.“
„Glasfaser ist die nachhaltigste Infrastrukturtechnologie, die wir heute haben“, sagt Peter Schark, Geschäftsführer der BIK Breitbandinitiative Kärnten GmbH. „Sie schafft die Grundlage für digitale Anwendungen. Auch für solche, die wir zum jetzigen Zeitpunkt vielleicht noch gar nicht kennen.“ Bereits heute (Stand: März 2026) sind rund 45 Prozent der Gemeinden an leistungsfähige Glasfasernetze angeschlossen oder im Ausbau.
Das aktuelle Projektvolumen der BIK liegt bei rund 260 Millionen Euro und wird voraussichtlich auf über 300 Millionen Euro steigen. Insgesamt wurden in Kärnten in den vergangenen Jahren – gemeinsam mit privaten Netzbetreibern – Investitionen in Milliardenhöhe in digitale Infrastruktur umgesetzt. Was „gutes Internet“ in der Praxis bedeutet und warum sich Kärnten von so mancher anderen ländlichen Region unterscheidet, erläutert Martin Zandonella, Geschäftsführer des Kärntner IT- und Internetanbieters Net4You, im Interview.
Carinthia.com: Herr Zandonella, welche Rolle spielt Net4You im digitalen Infrastruktur-Ökosystem Kärntens?
Martin Zandonella: Wir konzipieren, realisieren und betreiben hybride IKT-Lösungen für Unternehmen jeder Größe. Dazu gehören Internetanbindungen, Telefonie, Server, lokale Netzwerke oder IT-Sicherheitslösungen. Hybrid bedeutet dabei, dass wir verschiedene Komponenten miteinander verbinden: lokale Infrastruktur, private Cloud-Systeme und öffentliche Cloud-Dienste. Ziel ist immer, für Unternehmen eine stabile und sichere Gesamtlösung zu schaffen.
Wenn Unternehmen sagen „wir brauchen gutes Internet“ – was bedeutet das in der Praxis, gerade in einer Region wie Kärnten?
Martin Zandonella: Viele denken zuerst an Geschwindigkeit. In der Praxis ist aber etwas anderes ebenso entscheidend: die Verfügbarkeit der Verbindung.
Solange alles läuft, wird das oft kaum wahrgenommen. Aber sobald Verbindungen instabil werden oder ausfallen, merkt man sehr schnell, wie abhängig Unternehmen von zuverlässigen Netzen sind. Wenn eine Leitung ausfällt, muss sofort eine Alternative vorhanden sein. Gleichzeitig spielen kurze Antwortzeiten eine wichtige Rolle, zum Beispiel wenn Mitarbeitende aus dem Homeoffice auf Firmensysteme zugreifen oder Anwendungen in der Cloud laufen. Dann muss alles schnell und ruckelfrei funktionieren. Neue Infrastrukturprojekte wie der Internetknoten ALPSiX werden hier eine deutliche Verbesserung bringen, weil Datenwege kürzer werden und Verbindungen stabiler funktionieren.
Welche besonderen Herausforderungen gibt es beim Ausbau digitaler Infrastruktur in Kärnten?
Martin Zandonella: In Kärnten gibt es viele Unternehmen außerhalb großer Ballungsräume, etwa im Tourismus oder in der Industrie. Manche Standorte liegen weit oben am Berg oder in Tälern mit geringer Besiedlung.
Der Glasfaserausbau ermöglicht es heute, auch solche Betriebe leistungsfähig anzubinden. Damit bleiben Standorte wettbewerbsfähig und Unternehmen können ihre digitalen Anwendungen zuverlässig nutzen.
Können Sie ein konkretes Beispiel nennen?
Martin Zandonella: Da fällt mir ein Hotelbetrieb hoch oben am Berg ein. Die Gäste dort erwarten natürlich WLAN in bester Qualität. Gleichzeitig läuft im Hintergrund eine moderne IT-Infrastruktur mit Buchungssystemen, Zahlungsprozessen oder digitalen Verwaltungsprogrammen. Das Hotel ist über Glasfaser mit einem Büro im Tal verbunden und verfügt über redundante Verbindungen. Dadurch kann der Betrieb rund um die Uhr stabil laufen, unabhängig vom Wetter. Ohne Glasfaseranbindung beider Standorte wäre so ein Konzept kaum umsetzbar.