Wollen Sie mehr über Infrastruktur, Logistik und Digitalisierung in Kärnten erfahren?
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Für viele Unternehmen beginnt die Standortfrage heute mit der digitalen Infrastruktur.
Sie arbeiten mit Cloud-Anwendungen, tauschen große Datenmengen aus oder steuern Produktionsanlagen über digitale Systeme. Damit das funktioniert, müssen Daten schnell, zuverlässig und sicher übertragen werden können.
Kärnten baut diese Infrastruktur gezielt aus. Glasfasernetze verbinden Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Regionen.
Gleichzeitig entstehen mit dem Internetknoten ALPSiX neue internationale Datenverbindungen.
Zusammen schafft dies die Grundlage für digitale Geschäftsmodelle, Innovation und internationale Zusammenarbeit.
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Leistungsfähige Netze entstehen nicht von allein. Sie sind das Ergebnis langfristiger Investitionen und der Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Infrastrukturbetreibern. Kärnten forciert diese Entwicklung bewusst:
Der Ausbau der digitalen Infrastruktur wird in Kärnten von mehreren Akteuren getragen. Die BIK Breitbandinitiative Kärnten GmbH, eine 100%-ige Tochtergesellschaft des Landes Kärnten, treibt gemeinsam mit privaten Netzbetreibern stabile, schnelle und zuverlässige Internetverbindungen in Stadt und Land voran. So entstehen leistungsfähige Netze, die Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Regionen zuverlässig miteinander verbinden, auch außerhalb großer Ballungsräume.
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Schneller, direkter und sicherer: Mit ALPSiX entsteht in Kärnten ein neuer Internetknotenpunkt.
Datenströme müssen dann nicht mehr den Umweg über große Netzknoten in anderen Städten nehmen. Für Unternehmen bedeutet das kürzere Datenwege, geringere Latenzzeiten und stabilere Verbindungen. Gleichzeitig stärkt ALPSiX die internationale Vernetzung des Wirtschaftsraums im Alpen-Adria-Raum und schafft neue Voraussetzungen für digitale Innovation.
@ Amt der Kärntner Landesregierung
Wie baut man digitale Infrastruktur in einem Bundesland mit vielen Tälern, alpinen Regionen und dezentralen Standorten auf? Welche Rolle spielen Kooperationen mit Netzbetreibern, Gemeinden und Tiefbauunternehmen dabei? Peter Schark von der BIK Breitbandinitiative Kärnten GmbH erklärt im Interview, wie der Glasfaserausbau in Kärnten organisiert wird, welche Fragen Unternehmen und Investoren stellen – und warum Projekte wie ALPSiX neue Perspektiven für den Standort eröffnen.
„Digitale Infrastruktur ist heute ein entscheidender Standortfaktor – genauso wie Verkehrsanbindung oder Energieversorgung.“
Carinthia.com: Herr Schark, welche Rolle spielt die Breitbandinitiative Kärnten beim Ausbau der digitalen Infrastruktur?
Peter Schark: Die BIK ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Landes Kärnten und hat eine besondere Rolle: Wir agieren gewissermaßen als Drehscheibe. Einerseits koordinieren wir Förderprogramme und Infrastrukturprojekte, andererseits arbeiten wir eng mit privaten Netzbetreibern und Gemeinden zusammen.
Dabei verfolgen wir keine eigenen privatwirtschaftlichen Interessen. Unser Ziel ist es, Infrastruktur aufzubauen, die langfristig funktioniert und von verschiedenen Anbietern genutzt werden kann. Diese neutrale Rolle schafft Vertrauen, sowohl bei Unternehmen als auch bei Infrastrukturpartnern.
Warum ist digitale Infrastruktur heute so ein wichtiger Standortfaktor?
Peter Schark: Digitale Infrastruktur ist heute eine grundlegende Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung. Unternehmen arbeiten mit Cloud-Anwendungen, vernetzten Produktionsanlagen oder datenintensiven Anwendungen. Dafür brauchen sie stabile und leistungsfähige Datenverbindungen.
Es gibt internationale Studien, die zeigen, dass Grundstücke oder Immobilien mit Glasfaseranschluss um 12 bis 15 Prozent mehr Wert haben als vergleichbare Objekte ohne Glasfaser. In skandinavischen Ländern sieht man sehr deutlich, wie stark Infrastruktur die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen kann: Viele erfolgreiche Unternehmen der Gaming-Industrie haben ihren Sitz zum Beispiel in Stockholm, weil Glasfaser dort schon sehr viel früher ein Thema war. Das zeigt: Digitale Infrastruktur ist heute genauso ein Standortfaktor wie Verkehrsanbindung oder Energieversorgung.
Welche Fragen stellen Investoren oder Unternehmensleitungen in diesem Zusammenhang am häufigsten?
Peter Schark: Eine der ersten Fragen lautet tatsächlich: Welche Bandbreiten sind verfügbar? Unternehmen wollen wissen, ob ihre Anwendungen zuverlässig laufen können und ob ausreichend Kapazitäten vorhanden sind. Gleichzeitig geht es auch um Stabilität und Ausfallsicherheit. Unternehmen wollen sicher sein, dass Datenverbindungen zuverlässig funktionieren und dass ihre Systeme stabil angebunden sind.
Unsere Antwort in Kärnten ist deshalb klar: Wir bauen Netze so auf, dass sie langfristig funktionieren. Dazu gehört eine leistungsfähige Glasfaserinfrastruktur, aber auch redundante Verbindungen und genügend Reserven im Netz, damit zukünftige Anforderungen abgedeckt werden können.
Wie gelingt es, digitale Infrastruktur auch außerhalb der Städte flächendeckend auszubauen?
Peter Schark: Unser Anspruch ist es, nicht nur einzelne Orte zu versorgen, sondern möglichst flächendeckende Netze zu bauen. In unseren Projekten erreichen wir in der Regel eine Abdeckung von über 85 Prozent, oft sogar über 90 Prozent. Das ist wichtig, weil digitale Infrastruktur nicht nur in Städten funktionieren darf. Unternehmen im ländlichen Raum müssen genauso gute Voraussetzungen haben wie in urbanen Zentren. Diese Gleichbehandlung von urbanen und ländlichen Regionen ist ein zentraler Punkt unseres Modells. Und ich glaube, genau deshalb wird es auch gut angenommen.
Der Ausbau solcher Infrastruktur funktioniert selten allein. Welche Rolle spielen Kooperationen?
Peter Schark: Der Ausbau digitaler Infrastruktur ist immer ein Gemeinschaftsprojekt. Wir arbeiten in Kärnten eng mit privaten Netzbetreibern, Gemeinden und Bauunternehmen zusammen.
Besonders stolz sind wir dabei auf den Schulterschluss mit dem Tiefbau. Wenn Straßen gebaut oder Leitungen verlegt werden, versuchen wir diese Projekte miteinander zu koordinieren. Natürlich ist das auch eine Herausforderung, weil unterschiedliche Baustellen und Planungen zusammengebracht werden müssen. Aber genau hier braucht es einen Paradigmenwechsel: Infrastrukturprojekte müssen stärker gemeinsam gedacht werden. Wir möchten diese Kooperation definitiv weiter verfolgen, weil sie für alle Beteiligten ein Gewinn ist.
Neben Glasfasernetzen entsteht mit ALPSiX ein neuer Internetknoten. Welche Bedeutung hat dieses Projekt?
Peter Schark: Ich versuche das mal einfach zu erklären: Wenn man sich das Internet ein bisschen wie ein Autobahnnetz vorstellt, dann verlaufen in Kärnten zwei große internationale Datenrouten – eine verbindet Nordafrika mit Skandinavien, eine andere kommt aus dem Norden über die Tauern und führt Richtung Osten.
Diese Datenautobahnen sind also bereits da, aber es gab keine Auffahrt oder Abfahrt. Mit ALPSiX schaffen wir genau diesen Zugang. Anbieter können sich direkt anschließen, Daten müssen weniger Umwege nehmen und die Kosten sinken. Langfristig eröffnet das auch neue Perspektiven – und wenn ich ein bisschen träumen darf, denke ich dabei zum Beispiel an Rechenzentren.